Automotive-EMV- und Gesamtfahrzeug-Antennentests

Automotive-EMV- und Gesamtfahrzeug-Antennentests

EMV- und FVAT-Messgeräte, -Software und -Systeme, mit denen Sie für künftige Innovationen im Automobilbereich gerüstet sind

Mit einem Experten sprechen

Die gesamte Palette an EMV-Messungen für den Automotive-Bereich aus einer Hand

Ein modernes Fahrzeug stellt für Elektroniksysteme eine extrem anspruchsvolle elektromagnetische Umgebung dar. Hochvolt-Antriebsstränge mit hohen Schaltfrequenzen, empfindliche Radar- und Lidarsensoren für fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme (ADAS), die störungsfrei arbeiten müssen, sowie immer mehr Wireless-Technologien – von 5G über V2X und GNSS bis hin zu Bluetooth – müssen auf engstem Raum koexistieren. Mit zunehmender Elektrifizierung, Vernetzung und Autonomie der Fahrzeuge werden auch die elektromagnetischen Herausforderungen komplexer. Fehler in diesem sensiblen Bereich können erhebliche Folgekosten verursachen.

Um sämtliche Herausforderungen zu bewältigen, ist umfangreiches Know-how in der EMV-Messtechnik vonnöten – von Emissions- und Störfestigkeitsmessungen auf Komponentenebene über Antennentests am Gesamtfahrzeug sowie Koexistenztests bis hin zur funktionalen EMV-Validierung unter realistischen Bedingungen. Für Fahrzeughersteller, Tier-1-Zulieferer und Testlaboratorien gleichermaßen bilden internationale Normen wie CISPR und ISO den grundlegenden Maßstab. Eine robuste EMV-Performance bedeutet für moderne Fahrzeuge jedoch mehr als die bloße Einhaltung regulatorischer Mindestanforderungen. Sie ist entscheidend für die Sicherheit, die Qualität vernetzter Dienste und eine Markteinführung ohne teure Überraschungen in späteren Entwicklungsphasen.

Komplexere EMV-Tests durch neue Fahrzeugtechnik

Elektrifizierung, autonome Fahrfunktionen und umfassende Konnektivität schaffen eine elektromagnetische Umgebung, deren Komplexität die bisherige Messtechnik überfordert.

Mit der Elektrifizierung halten schnell schaltende SiC- und GaN-Leistungshalbleiter Einzug, die wesentlich stärkere elektromagnetische Emissionen verursachen als herkömmliche Verbrennerantriebe. Beim bidirektionalen Laden kommt noch ein zusätzlicher Aspekt hinzu, der über das eigentliche Fahrzeug hinausgeht: Die EMV-Integrität muss nun auch im Zusammenspiel mit der externen Ladeinfrastruktur sichergestellt werden. Hierbei handelt es sich in erster Linie um emissionsbezogene Herausforderungen, deren Messung und Beherrschung einen Frequenzbereich erfordern, der die Möglichkeiten der herkömmlichen Automotive-EMV-Messtechnik weit übersteigt.

Das autonome Fahren wirft ebenfalls kritische Fragen auf – allerdings für den Aspekt der Störfestigkeit. ADAS-Systeme basieren auf hochempfindlichen Sensoren wie Radar, LiDAR und Kameras, die in elektromagnetisch stark belasteten Umgebungen arbeiten. HF-Störungen, die ein Radarsignal verfälschen, führen nicht nur zum Fehlschlagen der Prüfung, sondern stellen ein Sicherheitsrisiko dar: Das System kann reale Hindernisse übersehen oder auf sogenannte Geisterobjekte reagieren. Die Validierung der Störfestigkeit von Sensoren sowie die Sicherstellung der Koexistenz zwischen ADAS-Systemen und Fahrzeugelektronik zählen zu den wichtigsten Herausforderungen der modernen Automotive-EMV-Messtechnik.

Die Konnektivität vervollständigt das Bild – und bringt eine eigene Kategorie von Risiken mit sich. Die Integration von 5G, V2X, GNSS und verschiedenen Drahtlostechnologien für kurze Distanzen in die Fahrzeugarchitektur schafft neue Interferenzpfade zwischen heterogenen Systemen auf engem Raum. Da Over-the-Air-Updates inzwischen zum Standard gehören, kann sich das elektromagnetische Profil eines Fahrzeugs auch nach der Produktion noch ändern. Die OTA-Validierung ist daher nicht mehr mit einem einmaligen Test erledigt – sie erfordert einen kontinuierlichen Prozess.

Modernes Fahrzeug
In modernen Fahrzeugen ist grundsätzlich jedes elektronische System sowohl potenzieller Störer als auch Störungsempfänger.
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Veränderte Rahmenbedingungen für Automotive-EMV-Tests

  • Traditionell lag der Fokus der EMV-Prüfung auf der Komponentenebene: Emissions- und Störfestigkeitsmessungen am einzelnen Bauteil, Validierung nach Norm – und die Aufgabe galt als erledigt. Eine Reihe bestandener CISPR 25-Prüfungen reicht heute aber nicht mehr aus, um das Verhalten eines Fahrzeugs vorherzusagen, wenn sämtliche Systeme in Betrieb sind. Wechselwirkungen zwischen Hochvolt-Antriebssträngen, ADAS-Sensoren und integrierten Funksystemen treten häufig erst im Gesamtfahrzeug zutage. Daher muss ein wachsender Anteil der Validierung in Full-Vehicle-Messkammern mit Testaufbauten für die Systemebene durchgeführt werden.
  • Auch die Störfestigkeit von ADAS-Sensoren ist inzwischen nicht mehr nur Gegenstand der EMV-Prüfung, sondern ein wesentlicher Bestandteil des funktionalen Sicherheitsnachweises. Wenn ein Radar unter HF-Belastung ein Ziel verfehlt, steht nicht nur die Einhaltung von CISPR-Grenzwerten zur Debatte – auch die Anforderungen von ISO 26262 und SOTIF sind zu bedenken. Die Fahrzeughersteller müssen die Konformität mit entsprechenden Testergebnissen belegen können.
  • Die Validierung selbst endet nicht mehr mit dem Produktionsbeginn. Over-the-Air-Updates, neue Mobilfunkbänder und softwaredefinierte Funkfunktionen können das elektromagnetische Profil eines Fahrzeugs noch Jahre nach Verlassen des Werks verändern. Die EMV-Validierung entwickelt sich damit von einem einmaligen Nachweis zu einer kontinuierlichen Aufgabe.

Diese erweiterten Anforderungen lassen sich nur im Zusammenspiel verschiedener Disziplinen erfüllen: Automotive-EMV-Konformitätstests, Full-Vehicle-Antennentests, funktionale EMV-Validierung und Modellierung digitaler Antennenzwillinge. Jede dieser Disziplinen adressiert einen anderen Aspekt der elektromagnetischen Performance des Fahrzeugs.

Komplette Automotive-EMV-Testlösungen von Rohde & Schwarz

Full-Vehicle-Antennentests

Ein modernes Fahrzeug beherbergt Dutzende von Antennen – für GNSS, C-V2X, Mobilfunk, Wi-Fi und UWB –, die alle innerhalb derselben Plattform koexistieren und zuverlässig funktionieren müssen. Rohde & Schwarz bietet kundenspezifische FVAT-Systeme, die eine vollständige 3D-Charakterisierung von Strahlungsmustern über alle relevanten Frequenzbereiche ermöglichen. Sie stellen die Robustheit gegenüber Störungen sicher, ermöglichen die Validierung von Funktionen und haben sich bei Fahrzeugherstellern weltweit bewährt.

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EMV-Konformitätstest im Automotive-Bereich

Die Normen für Automotive-EMV-Tests werden laufend weiterentwickelt – und einige der wichtigsten Standards für Elektrifizierung, autonomes Fahren und Konnektivität befinden sich noch in Entwicklung. Von Messungen auf Komponentenebene bis hin zu Full-Vehicle-Tests unter dynamischen Fahrbedingungen decken unsere Messgeräte, Softwarelösungen und Expertise die Anforderungen von CISPR, ISO, UN ECE sowie herstellerspezifischen Standards ab. Grundlage dafür ist auch unsere aktive Mitarbeit in den Gremien, die die Standards von morgen gestalten.

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EMV-Funktionstests

Tests sicherheitskritischer Fahrzeugfunktionen auf einem Testgelände werden zunehmend unpraktisch – sie sind zu zeitaufwendig, zu variabel und im großen Maßstab nur schwer kontrollierbar. Rohde & Schwarz bietet die Testplattformen und Signalsimulationslösungen, um Funktionen von Notbremsung bis 5G eCall mit der Wiederholgenauigkeit und Effizienz zu validieren, die nur eine kontrollierte Laborumgebung bieten kann.

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Digitale Zwillinge von Automotive-Antennen

Die Vorhersage des Antennenverhaltens in einer konkreten Fahrzeugumgebung – umgeben von Metall, Glas und Fahrzeuginsassen – gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Entwicklung von Fahrzeugantennen. Abhilfe schafft die Kombination von physischer Antennencharakterisierung mit Simulationssoftware: Das Antennenverhalten lässt sich so bereits vor der Fertigstellung eines Fahrzeugs realitätsnah modellieren – mit Ergebnissen innerhalb von Stunden statt Tagen.

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Orientierung im Dschungel der EMV-Normen

Die EMV-Konformität eines Fahrzeugs wird nicht durch eine einzelne Norm definiert. Testlabore, Tier-1-Zulieferer und OEMs müssen gleichzeitig die Anforderungen von CISPR, ISO und UN ECE sowie plattform- und marktspezifische Herstellervorgaben berücksichtigen. Da die Spezifikationen mit neuen Fahrzeugtechnologien laufend weiterentwickelt werden, reicht es nicht aus, lediglich die heute veröffentlichten Standards zu erfüllen – auch kommende Anforderungen sind frühzeitig zu berücksichtigen.

Zu den wichtigsten Normen für Automotive-EMV-Tests gehören:

  • CISPR 25 – Grenzwerte und Messverfahren für Funkstörungen
  • CISPR 36 – Grenzwerte und Messverfahren für Elektro- und Hybrid-Straßenfahrzeuge zum Schutz von außerhalb befindlichen Empfängern unterhalb 30 MHz
  • Normenreihe ISO 11452 – Komponentenprüfverfahren für elektrische Störungen durch schmalbandige gestrahlte elektromagnetische Energie
  • Normenreihe ISO 11451 – Fahrzeugprüfverfahren für elektrische Störungen durch schmalbandige gestrahlte elektromagnetische Energie
  • Normenreihe ISO 7637 – Elektrische Störungen durch Leitung und Kopplung auf Fahrzeugbussen
  • ISO 10605 – Straßenfahrzeuge – Prüfverfahren für elektrische Störungen durch elektrostatische Entladungen
  • UN ECE R10 – Typgenehmigung für elektromagnetische Verträglichkeit in Europa

FAQs zu Automotive-EMV

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